Commander Deck Spotlight – The Ur-Dragon

The UR-Dragon in Commander

Autor: Ivo Berka

Powerlevel

  • Das Powerlevel des Decks liegt auf einer gemütlichen 5 bis 6 von 10.

Einleitung

Vorweg ist zu sagen, dass es sich hier definitiv nicht um ein kompetitives Commander Deck handelt. Aber es macht einfach sehr viel Spaß so viele Drachen wie nur irgendwie möglich herbeizubeschwören.

Mein Ziel war es das Deck insoweit fein zu kalibrieren, um den Spaß zu maximieren.

Die Manabasis lässt einen manchmal im Stich, dennoch funktioniert es meist, zumindest auf einem Casual Level, ganz gut.

Kurzum, wenn ihr Drachen mögt und in eurer Runde mit dicken Angreifern den Ton in den Lüften angeben möchtet, dann ist das wohl ein Deck für euch.

Aber genug des Smalltalks – lasst uns loslegen!

Verstärkung aus den Forgotten Realms

Wie durch den Namen der Edition schon zu erwarten gewesen, hat das Deck hat neuen Schwung durch den Release von „Dungeons and Dragons: Adventures in the Forgotten Realms“ erhalten.

Tiamat

Tiamat ist genau was das Deck gebraucht hat. Das umwerfende Design der Drachengöttin ergänzt unseren Commmander The Ur-Dragon perfekt.

Dieser bleibt aber noch immer der beste fünf-farbige Drachen-Commander, da seine Kosten Reduktion auch aus der Commander Zone wirkt. Somit ist an seinem Status als Anführer der geflügelten Armee nicht zu rütteln.

Doch der Spaß Faktor des Decks ist durch die neue Drachengöttin wahrlich gestiegen. Klar, das Deck ist randvoll mit Drachen. 34 der 35 Kreaturen sind Drachen und mit so einer hohen Zahl hat man schon eine nette Auswahl an Tutor Zielen. Zusätzlich ist Wizards der Stylefaktor der Drachenmutter halt auch echt gelungen.

Old Gnawbone

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Weiter bekamen wir noch dieses grüne Biest von einem Drachen. Leider ist der Old Gnawbone nicht so stark in diesem Deck, als würde man es direkt um ihn herum bauen.

Trotzdem konnte ich ihm seinen Auftritt hier nicht verwehren. Seine Fähigkeit jeglichen Schaden den Spieler durch unsere Drachen im Kampf erhalten in Schatzspielsteine zu verwandeln, hat mich überzeugt. Vor allem, wenn man dann so gute Verwendungsmöglichkeiten für das Mana, wie Hellkite Charger, im Deck hat.


Das Deck im Detail

Unser Commander – The Ur-Dragon

Also was genau bringt The Ur-Dragon und was will unser Commander von uns?

Er verlangt, dass wir Drachen beschwören und mit Drachen angreifen. Dafür macht er diese für uns billiger und belohnt uns reichlich, wenn wir mit so viel wie möglich Drachenkreaturen attackieren.

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Nicht zu vergessen, der Ur-Dragon ist darüber hinaus auch selber ein 10/10 Monster. Wenn die Sterne günstig stehen, kann da schon mal in einem Schwung ein Commander Schaden Kill herausschauen.

Die drei Drachen Kategorien

Es können die Kreaturen sehr leicht in drei verschiedene Gruppen eingeteilt werden.

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  1. In Kategorie 1 finden wir unsere billigen, früh auszuspielenden Drachen, die meistens mit Haste schnell und aggressiv auftreten und versuchen den Ton am Tisch anzugeben. Planeswalker unserer Mitspieler haben es dadurch sehr schwer Fuß zu fassen. Diese Drachen können bereits im dritten oder vierten Zug das Spielfeld betreten und sind daher willkommene Gäste in unserer Starthand.
  2. In der zweiten Kategorie würde ich die Utility Drachen sehen. Diese sind eine Varietät aus unterschiedlichen Drachen, doch alle bringen einen einzigartigen Effekt, den du in jedem Commanderdeck gebrauchen kannst, mit. Mass-Removal, Spot-Removal, Tutor-Effekte (Tiamat!) und vor allem Mass-Haste sind immer gefragt.
  3. Die dritte Kategorie wäre dann, die mit der man die meisten Spiele gewinnt. Ich würde sie die „Trigger Drachen“ nennen. Wenn man davon zwei oder drei auf das Spielfeld bekommt, ist es sehr schwer nicht Ziel Nummer eins am Tisch zu werden. Was meine ich genau mit „Trigger Drachen“? Diese Drachen haben die Fähigkeit, dass sie von der Anzahl an Drachen profitieren, die in das Spiel kommen oder angreifen. Klar, umso mehr ist umso besser. Ein paar Beispiele gefällig? Utvara Hellkite produziert dir für jeden Angreifer einen weiteren Drachen. Kolaghan, the Storm’s Fury stärkt dein Team mit +1/+0 für jeden angreifenden Drachen.

Schauen wir uns doch noch ein paar spannende Interaktionen der Drachen untereinander genauer an.

Gleich mal die vorher schon erwähnte Combo zwischen:

Old Gnawbone und Hellkite Charger

Unser Ziel ist es im Kampf ungestört sieben oder mehr Spielerschaden zu machen und die Drachen nicht zu verlieren. Dann können wir danach so viele weitere Kampfphasen wiederholen wie wir wollen.

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Dragon Broodmother und Scourge of Valkas

Wenn diese beiden Drachen am Spielfeld unbeantwortet bleiben, dann schießen sie sehr schnell, sehr viel Schaden in alle Richtungen.

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Morophon, the Boundless

Der Changeling im Drachenfell. Er pumpt nicht nur alle unsere Drachen, nein er reduziert auch ihre Manakosten, teils drastisch. Was will man mehr? Die Interaktion mit Tiamat, welcher dann plötzlich nur mehr ein Mana kostet, ist auch nicht zu verachten.

Scion of the Ur-Dragon

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Scion of the Ur-Dragon ist eine Sache für sich. Er gibt eine gute Imitation für alle „Trigger Drachen“ für einen Zug ab und kann in Kombination mit Bladewing the Risen einen starken nächsten Zug vorbereiten.

Es gibt andere Versionen des Decks wo Scion den Commander gibt. Doch dann liegt der Fokus eher darauf mit einer Combo direkt in einem Zug zu gewinnen.

Doch meine Version kann das nicht und das war auch nicht das Ziel, das ich mit dem Deck verfolgt habe. Mein Plan war es, die Gegner mit in einem Schwarm von Drachen zu besiegen und nicht mit einer drei Karten Kombination.

Manabeschleunigung

Aber wie schaffen wir es jeden Zug ein bis zwei Drachen zu beschwören?

Um unseren Start so reibungslos wie möglich zu machen, spielen wir elf Mana Beschleuniger.

Diese Sprüche will man eigentlich immer in der Starthand sehen, denn sonst hat man kein gutes Anfangsspiel.

Durch unsere Turn 1 oder 2 Manabeschleuniger kommen bereits im dritten Zug die Drachen auf das Feld. Und man glaubt es kaum, das ist, was wir vorrangig wollen: Drachen beschwören!

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Es sind die üblichen Verdächtigen am Start. Sol Ring, durch die vielen bunten Manakosten, hier nicht unbedingt in Bestform, aber wie immer trotzdem solide, gefolgt von unseren besten Manasprüchen, Arcane Signet und Nature’s Lore. Außerdem findet sich hier auch unsere einzige Kreatur die kein Drache ist, aber in keinem Deck fehlen darf. Der gute alte Sakura Tribe Elder.

Dies war die Beschleunigung, jetzt wissen wir wie wir schnell zu den Drachen kommen, doch wir spielen ja nicht alleine und die Gegner werden uns schon versuchen unseren Plan zu durchkreuzen. Daher sollten wir uns auch zumindest etwas verteidigen und interagieren können.

Die Sprüche

Wir haben, nicht wie in kompetitiven EDH Decks, super effiziente Sprüche und Interaktionen. Ich würde die Interaktionen in diesem Deck eher als “Haudrauf-Hammer” bezeichnen, aber schauen wir uns mal an was wir da unter den restlichen Sprüchen und Permanents finden.

Hexereien und Spontanzauber

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Wir haben ein paar Tutoren und Karten, die sich freuen, wenn wir Drachen beschwören, wie etwa Vanquisher’s Banner, Temur Ascendancy und Dragon Tempest. Diese bringen mehr Spiel und Action in das Deck – sei es durch extra Schaden oder durch Karten ziehen.

Wie jedes Kreaturen Deck sind wir anfällig auf Mass-Removal. Mehr als eines in Folge kann schon ein Problem darstellen. Zur Absicherung haben wir Patriarch’s Bidding und Eerie Ultimatum.

Als Kartenzieher haben wir die gute Stinging Study, a.k.a „Zieh 9, Verlier 9“.

Conflux macht auch eine gute Tiamat Impression, auch wenn der Spruch leider nicht von Morophon vergünstigt wird.

Und wenn die Gegner mal überhandnehmen, klatschen wir ein Ruinous Ultimatum auf den Tisch.

Planeswalker

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Zum Darüberstreuen haben wir auch noch drei Planeswalker. Man kann streiten, ob Sie in diesem Deck sein sollten, da mehr Drachen vermutlich einfach schlauer wären und es noch sehr viel gute Drachen gibt.

Aber das Deck ist ein Casual Deck und da gehört es auch dazu mal einen dicken Weltenwanderer im Spiel zu haben, ihn einmal zu aktivieren und ihn dann im nächsten Zug direkt wieder in den Friedhof zu legen.

Hier haben wir natürlich passend zum Flavor die Bolas Planeswalker. Den Pharaoh (Mein Lieblings-Planeswalker für Commander) und den originalen Nicol Bolas, Planeswalker mit seiner verrückten +3 Fähigkeit.

Dann gibt es noch einen einsamen Sarkhan. Manchmal hilft er mit dem Mana aus, doch oft vergammelt er in der Hand. Man will dann oft eher lieber vergünstigte Drachen Sprüche sprechen die weitere Synergien ermöglichen.

Die Manabasis

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So nun kommen wir zu der größten Baustelle dieses Decks, welches auch immer die größte Hürde für jedes fünf-färbige Deck ist, die Manabasis.

  • Hier habe ich mich dazu entschlossen keine Fetchländer zu spielen. Das hat zwei Gründe. Einerseits nervt das ständige mischen und heraussuchen und, andererseits aus Gründen des verfügbaren Budgets.
  • Wir spielen 13 Standardländer, denn weniger ist fast nicht möglich. Fünf Wälder, fünf Gebirge und dann jeweils eine Ebene, eine Insel und einen Sumpf.
  • Ein paar der sehr guten Battlebond Länder und dann ein Haufen Shockländer ergänzen unsere Manabasis.
  • Letztlich spielen wir noch drei ETB-tapped Tri Lands, aber nur jene die rotes und grünes Mana produzieren, denn die sind in der Starthand perfekt um im ersten Zug gespielt zu werden.
  • Da fünf Farben eigentlich eine von WOTC gut unterstützte Mechanik ist, erhalten wir auch ein paar Spezial Länder wie etwa Haven of the Spirit Dragon, Cascading Cataracts und das Kronjuwel das in keinem fünf Farben Deck fehlen sollte The World Tree. Der kann auch mal kurz unsere Tiamat suchen, wenn man verzweifelt ist und man im zwanzigsten Zug auf null Handkarten sitzt.

Das Mana funktioniert, aber hier kann man wohl mit einer durchdachten Mischung an Fetch-, Shock-, Doppel- und Ikoria-Ländern, die Manabase noch weiter verbessern.


The Ur-Dragon

Was nicht das Deck gemacht hat

Wir können auch vielleicht kurz über offensichtlich fehlende Karten reden, die in anderen Ur-Dragon Decks sicher zu finden sind. So wie Dragonmaster Outcast, Dragon’s Hoard, Dragonspeaker Shaman oder Dragonlord’s Servent und auch die anderen Sarkhan Planeswalker. Ich finde, dass diese Karten nur den Platz für mehr Drachen nehmen und Turn 3 Beschleuniger oder fragile Goblins sind nicht das, was ich suche.

Wie bereits erwähnt steht der letzte Sarkhan auch schon auf Messers Schneide, denn falls im nächsten Set wieder ein neuer toller Drachen kommt, dann ist er raus.

Fazit

Die Schwächen des Decks sind offensichtlich. Gegen Control Decks mit Counterspells und Mass-Removal will man nicht gerne spielen, aber gerät man in eine Commander Midrange Schlacht, dann hat man dafür umso mehr Spaß.

Ich hoffe die Deckvorstellung hat euch gefallen und wer weiß, vielleicht probiert ihr The Ur-Dragon ja auch mal als Commander selber aus.